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Wie viel Startup-Kapital brauchen Sie im ersten Jahr wirklich?

Startup KapitalSie haben eine tolle Startup-Idee und wollen endlich loslegen, diese umzusetzen. Was Sie dabei bremst, ist fehlendes Startup-Kapital. Vielleicht haben Sie schon eine Schätzung, wie viel Kapital Sie zu Beginn brauchen. Jetzt stehen Sie vor der Frage, wie Sie die Summe auftreiben.

Sie brauchen weniger Startup-Kapital als Sie denken

Aus unserer Erfahrung können wir Ihnen jetzt schon sagen, dass Sie Ihren Kapitalbedarf höchstwahrscheinlich überschätzen. Leider herrscht die weitverbreitete Annahme, dass für die Startup-Gründung viel Geld benötigt wird. Dabei wird das benötige Kapital oft überschätzt und dafür die richtige Strategie fast immer unterschätzt.

Als Tweet teilen: Die meisten Gründer überschätzen Ihren Kapitalbedarf und unterschätzen die Idee.

Schnell testen und Geld sparen

Bevor Sie sich auf die Suche nach Investoren begeben, sollten Sie Ihre Idee testen. Einen Proof of Concept können Sie oft schon für wenige hundert bis hin zu einigen tausend Euro erbringen. Einige Gründer testen ihre Idee sogar ganz ohne Kapital. Sie sollten Ihre Idee schnell und einfach mit einem Prototyp am Markt testen, um herauszufinden, ob es überhaupt Käufer für Ihr Produkt gibt. Außerdem hilft Ihnen das Kundenfeedback dabei, Ihr Produkt auf die Bedürfnisse Ihrer Käufer anzupassen. So stellen Sie sicher, dass Sie später mit Ihrer Produktentwicklung nicht in die falsche Richtung laufen und unnütz Zeit und Geld verschwenden.

Wie viel Geld durch einen guten Test gespart werden kann, zeigt das Beispiel der Inselzeitung auf Mallorca, einem von uns betreuten Startup. Die Gründer wollten eine Online-Publikation auf den Markt bringen und dafür war eine hohe fünfstellige Summe nötig. Wir haben stattdessen einen Dummy bauen lassen, mit dem die Gründer Kundenfeedback einsammeln gingen. Fazit: Weder Anzeigenkunden noch Leser wollten die Online-Ausgabe. Das Startup hat viel Zeit und Geld gespart und stattdessen seine Print-Ausgabe weiterentwickelt.

Diese Lean Startup Strategie des frühen Testens mit einem minimal funktionsfähigen Produkt wurde auch von Groupon angewendet. In einem WordPress Blog wurden täglich neue Rabatte angeboten. Erst als immer mehr Coupons verkauft wurden, hat das Startup in eine teure Infrastruktur investiert.

Zappos Gründer Nick Sinmurn hat seine Idee eines Online-Schuhversands getestet ohne irgendein Startkapital für einen Online-Shop und ein großes Lager aufzutreiben. Die angebotenen Schuhe hat er nicht vorab gekauft. Er hat sie im Schuhladen um die Ecke fotografiert und auf einer einfachen Webseite eingestellt. Hat jemand bestellt, ging er in eben diesen Laden, um sie zu kaufen und anschließend zu versenden.

Wachstum finanzieren

Nach dem Proof of Concept meinen viele Gründer, sie bräuchten Hunderttausende an Startup-Kapital, um die Entwicklung ihres Startups voranzutreiben.

Wir empfehlen, mit so wenig fremdem Kapital wie nötig zu beginnen, denn ein zu großes Investment zu Beginn birgt zwei Gefahren.

  1. Sie geben sehr früh viel mehr Anteile an Ihrem Unternehmen ab als nötig.
  2. Die Versuchung, Geld für unnötige Dinge auszugeben, sprich zu verschwenden, ist weitaus größer. Je weniger Sie haben, umso stärker müssen Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Gleichzeitig müssen Sie genug Geld einsammeln, um Ihr Unternehmen am Laufen zu halten. Einer der häufigsten Gründe für das Scheitern von Startups ist mangelnde Liquidität.

Die Suche nach passenden Investoren ist sehr zeitaufwändig und hält Sie von Ihrer eigentlichen Arbeit ab. Deshalb sollte die Summe groß genug sein, um die ersten 12 bis 18 Monate zu überbrücken.

Vergessen Sie Businesspläne

Wie viel Startup-Kapital benötigen Sie für Ihr Wachstum? Das hängt natürlich von Ihrer Idee ab aber sicher ist: Mit einem herkömmlichen Businessplan verschwenden Sie Ihre Zeit, denn längere Vorausplanungen machen keinen Sinn.

Die allermeisten Businesspläne taugen das Papier nicht auf dem sie gedruckt sind. Als Entrepreneur verbringen Sie Wochen, ja Monate mit dem Erstellen und skizzieren auf endlosen Seiten Ihre Idee und Zukunft. Bei üblichen Businessplänen beträgt die zeitliche Dimension oft 5 und mehr Jahre. Im enthaltenen Finanzplan werden Zahlenreihen über Zahlenreihen präsentiert, die so manchen NASA-Ingenieur neidisch machen würden.

Hier betreiben Sie also jede Menge Aufwand, obwohl Sie und die Investoren wissen, dass die Entwicklung Ihres jungen Unternehmens völlig anders verlaufen wird.

Deshalb bevorzugen wir einen Businessplan nach der KUSS-Methode – Kurz Und Sehr Simpel.

Konzentrieren Sie sich auf einen kurzen, 3-4 seitigen Finanzplan mit einer Prognose für die nächsten 2 bis 3 Jahre. Hier ermitteln Sie Ihre laufenden Kosten und Ausgaben, wie: Personal, Marketing, Vertrieb, IT und Hardware, Büroräume, Material, Anwalt und Steuerberater. Und prognostizieren Ihren Umsatz.

Ein paar grundsätzliche Fragen, die Ihnen beim Ermitteln Ihres Kapitalbedarfs weiterhelfen:

  • Wie viele Leute muss ich anstellen und zu welchem Gehalt?
  • Wie viel der anfallenden Arbeiten kann ich outsourcen und zu welchem Preis?
  • Wie viel kostet gutes Design, ein User Interface bzw. das Herstellen meines Produktes?
  • Wie viele Monate brauche ich bis zum Produktlaunch? Sprich, wie lange verbrenne ich Geld, ohne welches einzunehmen?

 

Fazit: So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Für das Testen einer Idee ist meist sehr wenig Kapital nötig. Wenn Sie den Proof of Concept erbracht haben, müssen Sie Ihre Wachstumsphase finanzieren. Hier wollen Sie so wenig Fremdkapital wie möglich einsetzen, um Ihre Anteile nicht zu verwässern. Aber so viel wie nötig, um Ihr Unternehmen am Laufen zu halten.

 

Foto:  Dominik Meissner www.Orime.de

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